germany-deutschland.com Deutsch English Italiano EspaÑol FranÇais 

 

 

Großstädte in Deutschland - Moers

Moers (früher auch "Mörs") ist eine der kleinsten Großstädte Deutschlands. Sie ist die größte Stadt im Kreis Wesel und liegt westlich von Duisburg in Nordrhein-Westfalen. In der Landesplanung ist sie als Mittelzentrum eingestuft. Die Stadt Moers besteht in ihren heutigen Grenzen erst seit der Gebietsreform 1975. Damals wurden die Gemeinden Kapellen und Rheinkamp in die Stadt Moers eingegliedert. Damit überschritt die Einwohnerzahl die 100.000-Grenze und machte Moers zur Großstadt. Nach der Volkszählung von 1987 wurde dies auch amtlich bestätigt.

Geografie

Moers liegt etwa 7 km westlich der Ruhrmündung in der niederrheinischen Tiefebene zwischen Rhein und einer Reihe von Moränenhügeln, die sich nördlich von Hüls nach Norden erstrecken. Die höchste Erhebung im Stadtgebiet ist der Pattberg mit 85 m, die tiefste Stelle liegt bei Strommörs und beträgt 24 m über NN. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets beträgt in Nord-Süd-Richtung 14,9 km und in West-Ost-Richtung 7,7 km.

Geschichte

Frühgeschichte und Römerzeit

Um 2500 v. Chr. gibt es erste Andeutungen einer Ansiedlung im Raum Hülsdonk, um 500 v. Chr. sind weitere Siedlungsfunde im Raum Moers dokumentiert. In der Römerzeit wird in Jahren 12-11 v. Chr. das Lager Asciburgium auf dem Gebiet des heutigen Asberg von Drusus, einem Schwiegersohn des Augustus, gegründet. 69 wird das Lager durch Claudius Civilis, der auf dem Rückzug vom Bataveraufstand war, niedergebrannt, später jedoch wieder aufgebaut und um 85 endgültig verlassen.

Mittelalter und frühe Neuzeit

Im 9. Jahrhundert wird Moers als „Murse“ erstmals urkundlich erwähnt. Die ältesten Teile des Moerser Schlosses stammen aus dem 12. Jahrhundert. Aus dem Jahr 1186 stammt die erste Erwähnung eines „Herrn“ von Moers. Am 20. Juli 1300 bekommt Moers die Stadtrechte durch König Albrecht I. verliehen. Es folgt die Befestigung der Stadt mit Mauern und Graben. 1373 erhält Moers das Münzrecht. 1448 wird ein Karmeliterkloster gebaut. Im Jahr 1560 hält die Reformation unter Graf Hermann in der Stadt Einzug; dieser führt drei Jahre später auch die Gerichtsordnung ein. Im Jahr 1582 wird das heute noch bestehende Gymnasium Adolfinum gegründet. Zwischen 1586 und 1597 wird Moers in den Spanisch-Niederländischen Krieg verwickelt, da Graf Adolf auch Gouverneur von Geldern und Utrecht ist. 1600 stirbt die letzte Gräfin von Moers und die Ländereien gehen an Moritz von Nassau. In den folgenden Jahrzehnten erlebt die Stadt unter den Niederländern eine Blütezeit. Ein großes Feuer zerstört im Jahr 1605 einen großen Teil der Altstadt und 1623 rafft die Pest 900 Bewohner nieder.

Unter preußischer Verwaltung

1702 fällt die Stadt an Preußen und wird 1706 Fürstentum. Die Niederländer werden 1712 im Auftrag von König Friedrich I. endgültig aus der Stadt vertrieben. Nach dem Siebenjährigen Krieg wird die Festung durch Friedrich II. von Preußen geschleift. 1794 kommt die Stadt unter französische Herrschaft und gehört ab 1801 zum Département de la Roer, fällt am Ende dieser Zeit, 1815, aber wieder an Preußen zurück. Danach gehört das Gebiet um Moers zunächst zum Kreis Rheinberg, ab 1823 zum Kreis Geldern innerhalb des Regierungsbezirks Düsseldorf. 1857 wird Moers Kreisstadt des neugegründeten Kreises Moers. Gleichzeitig wird in Moers die preußische Städteordnung eingeführt und darüber hinaus die Bürgermeisterei Moers-Land gebildet. Zur 200jährigen Zugehörigkeit zu Preußen reist Kaiser Wilhelm II. an.

Nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Ersten Weltkrieg ist Moers unter belgischer Besatzung. Im Zweiten Weltkrieg befreien US-amerikanische Truppen die Stadt am 4. März 1945. Durch die Kommunale Neuordnung werden die Stadt mit den Orten Kapellen und Rheinkamp 1975 zur neuen Stadt Moers vereinigt und der Kreis Moers aufgelöst. Damit muss Moers den Status einer Kreisstadt an die Stadt Wesel abgeben, obwohl Moers die größte Stadt im Kreis ist. Die Einwohnerzahl überschreitet damit die 100.000-Grenze und macht Moers zur Großstadt, was durch die Volkszählung von 1987 amtlich bestätigt wird. 1990 und 1993 werden die Schachtanlagen Rheinpreußen und Pattberg geschlossen. Im Jahr 2000 feierte die Stadt ihr 700jähriges Bestehen.

Religionen

Moers gehörte anfangs zum Erzbistum Köln und war dem Achidiakonat Xanten unterstellt. 1560 führte Graf Hermann von Moers-Neuenahr in Moers die Reformation ein. Danach war die Moers über viele Jahrhunderte eine überwiegend protestantische Stadt. Vorherrschend war das reformierte Bekenntnis. Mit dem Übergang an Preußen unterstanden die reformierten Gemeindeglieder dem preußischen reformierten Konsistorium in Berlin und gehörten somit zur Evangelischen Kirche in Preußen (die ab 1817 eine unierte Kirche war) bzw. zu dessen rheinischer Provinzialkirche. Moers wurde Sitz eines Superintendenten, aus dem später der Kirchenkreis Moers innerhalb der Evangelischen Kirche im Rheinland hervorging. Heute gehören alle Kirchengemeinden der Stadt Moers sowie der umliegenden Städte und Gemeinden zum Kirchenkreis Moers. Evangelische Hauptkirche in Moers ist die im 13. Jahrhundert erbaut Johanniskirche.

Erst im 18. Jahrhundert zogen wieder Katholiken nach Moers. 1778/79 konnten sie wieder eine Pfarrkirche errichten (heute befindet sich dort ein Kindergarten; die neue Kirche steht gegenüber). Bis 1802 gehörten die Katholiken zum Erzbistum Köln. Nach dessen Auflösung kamen sie zum Bistum Aachen, das jedoch 1821/1825 bereits wieder aufgehoben wurde. Somit kam Moers 1828 zum Bistum Münster. Moers wurde Sitz eines Dekanats, das heute zum Kreisdekanat Wesel innerhalb der Region Niederrhein gehört. Im Stadtgebiet von Moers gibt es folgende Pfarrgemeinden: St. Barbara, St. Bonifatius, St. Josef, St. Konrad, St. Ludger, St. Marien, St. Ida Rheinkamp-Eick und St. Martin Rheinkamp-Repelen. Katholische Hauptkirche der Stadt Moers ist die Pfarrkirche St. Josef.

Neben den evangelischen und katholischen Gemeinden gibt es in Moers auch Freikirchen, darunter eine Evangelisch-freikirchlicheGemeinde (Baptisten), eine evangelisch-freikirchliche Gemeinde (Christus-Gemeinde), die zum Bund freikirchlicher Pfingstgemeinden (BFP) gehört, die Evangelische Gemeinde Gottes sowie zwei Freie evangelische Gemeinden in Scherpenberg und Schwafheim.

Ferner sind in Moers mehrere Gemeinden der Neuapostolischen Kirche sowie die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage vertreten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater, Musik und Museen

  • Schlosstheater Moers, das Theater im Moerser Schloss bietet moderne Inszenierungen.
  • Nierderrheinisches Kammerorchester Moers - Das 1967 gegründete Orchester bietet Konzerte, u.a. auch im Schlosshof ("Schlosshofserenade")
  • Grafschafter Museum für Geschichte und Volkskunst ebenfalls im Schloss
  • Niederrheinisches Motorradmuseum im Ortsteil Asberg

Bauwerke

  • Moerser Schloss, das Wahrzeichen der Stadt, mit Schlosspark. Vor dem Schloss steht das Denkmal für Kurfürstin Luise Henriette von Brandenburg, das 1904 geschaffen wurde.
  • Schloss Lauersfort in Holderberg, eine Wasserburg aus dem 15. Jahrhundert sowie der Peterhof aus dem 19. Jahrhundert.
  • Zeche Rheinpreußen Schacht IV
  • Evangelische Stadtkirche, 1448 von Karmelitern errichtet, mit Turm aus dem Jahre 1890
  • Evangelische Pfarrkirche Kapellen, 1561 erweitert
  • Evangelische Pfarrkiche Repelen, die älteste Kirche im Moerser Raum aus dem Jahr 700; heutige Kirche jedoch aus dem 12. Jahrhundert mit Chor aus dem 14. Jahrhundert.
  • Katholische Kirche St. Joseph, erbaut 1871 in neugotischen Stil sowie gegenüber die erste katholische Kirche der Stadt aus dem Jahre 1778 (heute Kindergarten).
  • Haus "Rösgen" aus dem Jahr 1677, heute eine Gaststätte
  • Neues Rathaus

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Nelkensamstagszug, närrischer Fastnachtsumzug seit 1959
  • Jazz Festival im Schloßpark, seit 1972 jedes Jahr über Pfingsten
  • Internationale Blechbläser-Tage Moers
  • Moerser Kirmes
  • Parkfest, seit 1957
  • Weihnachtsmarkt mit Barockfeuerwerk, seit 1976
kaiser permanente find a doctor